Nymphensittiche leben in ihrer Heimat Australien in großen Schwärmen. Sie leben häufig monogam, deshalb ist es wichtig, dass sie mindestens 2 Tiere (ein Pärchen) halten, besser einen kleine Gruppe. Ansonsten können Verhaltensstörungen und Fehlprägungen auf den Mensch auftreten und aus dem netten Vogel einen Schreier oder Federrupfer machen.
Die kleinen Papageien können bis zu 25 Jahre alt werden. Deshalb sollten sie sich vor der Anschaffung Gedanken über die finanzielle Versorgung ihrer neuen Mitbewohner machen. Auch die Betreuung während des Urlaubs, bei Notfälle und im Krankheitsfall muss geregelt sein.
Nymhensittiche können sie vom Züchter, Tierheim, Privat und aus dem Zoofachhandel erwerben. Die Geschlechterbestimmung ist bei Nymphensittichen schwierig und sollte einem Fachmann überlassen werden. Für ca. 20 € kann der Tierarzt mithilfe einer DNA-Analyse das Geschlecht bestimmen (meist über eine frisch ausgezupfte Feder).
Sie können Nymphensittiche im Käfig halten, besser ist aber eine Zimmervoliere oder ein Vogelzimmer. Am schönsten ist für die Vögel aber die Haltung in einer Außenvoliere. Falls die Tiere in einem Käfig oder einer Zimmervoliere halten, müssen die Vögel täglich die Möglichkeit zu mehreren Stunden Freiflug haben. Bedenken sie, dass Nymphensittiche gerne Knabbern, keine Zimmerpflanze ist vor ihren Schnäbeln sicher. Auch die Tapete oder ihr Lieblingsbild wird nicht verschont.
Die Tiere benötigen jeden Tag frisches Wasser. Körnerfutter speziell für Nymphensittiche erhalten sie im Zoofachhandel. Bei den Körnern sollten sie immer daruf achten, die leergefressenen Hülsen zu entfernen. Sie können, um sicher zu gehen, dass das Körnerfutter einwandfrei ist eine Keimprobe machen. Dafür weichen sie das Körnerfutter über Nacht in Wasser ein. Am Morgen waschen sie die Körner gründlich ab. Dann hängen sie das Sieb mit den Körner in eine Schüssel, wenn nach 24 Std. bei ca. 20 °C weniger als 80 % der Körner keimen, sollten sie das Futter entsorgen. Als Leckerbissen können sie den Vögeln Hirsekolben anbieten (zum Zähmen auf der Hand anbieten, wichtig: Geduld!). Vogelsand oder Grit kann als Einstreu verwendet werden, sollte aber auch als Verdauungshilfe zur Verfügung stehen. Äste können als Sitzstangen oder zur Beschäftigung genutzt werden. Ungiftige Zweige sind: ungespritze Obstbaumäste, Haselnuss. Bitte keine Äste von Baumschulen/ Obstplantagen (meist gespritzt), oder viel befahrenen Strassen verwenden. Alle Äste reinigen, bevor die Vögel sie bekommen, dazu die Zweige unter heißem Wasser abbürsten und gut trocknen lassen. Mit Seilen, unbehandelten Naturmaterialien, Kork, oder Bast können sie Spielzeuge zur Beschäftigung basteln. Achten sie jedoch darauf, dass die intelligenten Tiere sich nicht verletzen können.
Futter- und Wassernäpfe müssen so angebracht werden, dass sie nicht mit Kot verschmutzt werden können. Ein über den Näpfen angebrachtes Brett schützt. Bei einem kleinen Schwarm sollten sie mehrere Futterplätze anbieten, damit jeder Vogel die Möglichkeit zum Fressen hat.
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für die Gesundheit der Nymphensittiche. Bieten sie den Vögeln frische Zweige an, auch Ackersalat, Möhren mit Grünzeug, Gurke, Äpfel, Basilikum, Petersilie, Paprika, Maiskolben, Beeren sind wichtig für die Aufnahme von Vitaminen. Auch wenn die Vögel sich am Anfang nicht begeistert von den gesunden Leckereien zeigen, geben sie nicht auf und haben sie Geduld!